Auch wenn die Diagnose Krebs von einen auf den Tag das Leben ihres Kindes verändert – es bleiben natürlich die Interessen, die Ihr Kind schon vorher hatte. Und es kommen neue Wünsche und Bedürfnisse hinzu: Denn Ihr Kind ist nicht in erster Linie krebskrank – sondern eben: ein Kind. Und Kinder wollen die Welt entdecken und Neues erfahren.
Versuchen Sie also, Ihrem Kind trotz der Diagnose Krebs ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Aber Sie sollten sich bewusst sein, dass die Behandlung von Ihrem Kind viel abverlangt: Nach einer Chemo- oder Strahlentherapie kann sich Ihr Kind sehr erschöpft fühlen und sich nach Ruhe sehnen. Zeigen Sie Verständnis, wenn Ihr Kind hier wenig Lust auf einen Familienausflug hat und lieber zuhause faulenzen möchte. Sie können Ihrem Kind jedoch dabei helfen, neue Hobbies oder Interessen zu entdecken, die es nicht zu sehr beanspruchen. Zum Beispiel können Sie anregen, dass Freunde zu Besuch kommen, um mit Ihrem Kind zusammen zu zeichnen oder zu malen.
Schule und Freunde: Wie Sie gegenseitiges Verständnis fördern
Auf jeden Fall sollte Ihr Kind mit Freunden und Klassenkameraden in Kontakt bleiben. Soziale Kontakte sind für die Entwicklung jedes Kindes unerlässlich – und natürlich fallen diese einfacher, wenn Ihr Kind zur Schule geht. Legen Sie also Wert darauf, die Zeit der behandlungsbedingten Abwesenheit von der Schule möglichst gering zu halten. Und wenn Ihr Kind nicht zur Schule gehen kann, so lässt es sich vielleicht einrichten, dass ab und an Freunde zu Besuch kommen und ihm die aktuellen Schularbeiten mitbringen. So wächst das Gefühl, weiterhin Teil der Klassengemeinschaft zu sein.
Einige Therapiezentren bieten auch sogenannte „Back to School“-Programme an, um Kinder und Mitschüler über die Krankheit aufzuklären. Fragen Sie beim behandelnden Arzt nach und stimmen Sie sich mit dem Klassenlehrer ab: Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass ein Arzt oder eine Krankenschwester die Schule besucht und kindgerecht die Krankheit erläutert. Davon profitieren alle Beteiligten – nicht nur, weil bei ihnen das Verständnis für die Situation Ihres Kindes gefördert wird. Sondern auch, weil sie um eine echte Lebenserfahrung reicher werden.
Kinder lernen so, mit der Veränderung ihres Klassenkameraden umzugehen und ihn in ihrer Gemeinschaft aufzunehmen – erst recht dann, wenn körperliche Veränderungen offensichtlich sind. Krebs kann schließlich auch bedeuten, dass der Mitschüler, den alle mit vollem Haar kennen, durch die Behandlung plötzlich eine Glatze hat. Oder sogar, dass er durch die Krebserkrankung ein Bein verloren hat. Wie man mit solchen Situationen umgeht, können Kinder durch Aufklärung im Klassenzimmer lernen.
Reden sollten Sie aber natürlich zuallererst mit Ihrem Kind selbst. Es ist utopisch anzunehmen, dass ihm bei seiner Rückkehr in den Alltag überall neu gelerntes Verständnis begegnen wird. Ihr Kind sollte wissen, dass es andere Menschen – und auch Schulkameraden – geben kann, die mit der Situation nicht umgehen können und die – oft auch aus Angst oder Unwissenheit – Dinge sagen, die verletzend sein können.
Wie Sie Ihrem Kind sinnvoll – und liebevoll – helfen:
